Artemia

Artemia

Artemia gehören wie die Feenkrebse auch zu der Ordnung der Kiemenfüßer (Anostraca). In der deutschen Sprache werden sie oft als Salzkrebse oder Salinenkrebse bezeichnet. Am besten bekannt sind sie als Beilage von Kinderzeitschriften, als Experimentierkasten oder als Spielzeug, wie zum Beispiel Sea Monkeys. Die Zysten werden auch oft zum Kauf in der Aquaristik angeboten, um diese zu erbrüten und die schlüpfenden Larven an Jungfische zu verfüttern. Salzkrebse werden bis zu 2 cm groß und filtern ihre Nahrung aus dem Wasser. Wusstest du eigentlich, dass Flamingos ihre typisch rosa-rote Färbung haben, da sie Artemia fressen?

Lebensraum

Wenn du dir auch schon unsere Seiten über die anderen Urzeitkrebse durchgelesen hast, wird dir aufgefallen sein, dass diese immer in speziellen Gewässern leben. Auch Artemia haben einen besonderen Lebensraum, und zwar Binnensalzgewässer. Das sind Seen und Tümpel, die kein Teil eines Meeres oder Ozeans sind. Oft sind das kleine, salzhaltige Tümpel oder auch große Salzseen.

Artemia – Arten

Während von den Feenkrebsen über 300 verschiedene Arten beschrieben sind, gibt es in der Gattung Artemia nur 7 eigene Arten. Diese lauten wie folgt:

  • A. franciscana
  • A. monica
  • A. persimilis
  • A. salina
  • A. sinica
  • A. tibetiana
  • A. urmiana

Doch wo gehören die bekannten Sea Monkeys dazu? Diese werden oft als A. nyos bezeichnet. Dieser begriff beschreibt aber nur die Zuchtlinie. Bei den Sea Monkeys wurden mehrere Arten gekreuzt, somit sind sie Hybride. Der Vorteil von dieser hybriden Zuchtlinie ist ihre Robustheit. Neben den Sea Monkeys gibt es noch weitere hybride Stämme, die nicht einer bestimmten Art zugeordnet werden können. Diese werden oft als parthenogenetische Stämme bezeichnet.

Fortpflanzung

Parthenogenese? Was bedeutet das? Parthenogenese, auch Jungfernzeugung, ist die Fähigkeit, die auch Artemia besitzen. Dabei können auch unbefruchtete Eizellen von Weibchen Nachkommen erzeugen. Normalerweise müssen die Eizellen von einem Männchen befruchtet werden, hier wird dies aber durch spezielle Hormone vorgetäuscht und die Teilung der Eizelle beginnt. Somit können sich Artemia auch ohne Männchen fortpflanzen. Die dabei entstehenden Nachkommen sind genetische Kopien des Muttertiers.

Anders als die Lebensräume der anderen Urzeitkrebse trocknen die Gewässer, in denen Artemia leben, nicht immer wieder aus. Deshalb müssen sie normalerweise keine Dauerzysten produzieren, um die nächste Generation zu sichern, sondern entlassen bereits fertig entwickelte Jungtiere ins Wasser. Deshalb gibt es große Dauerpopulationen von Artemia, zum Beispiel im Großen Salzsee in Utah. Was passiert, wenn ein Lebensraum von Artemia plötzlich doch austrocknet? Wenn ein Salzsee austrocknet verdampft nach und nach das Wasser, während das Salz im See zurückbleibt. So erhöht sich die Salzkonzentration des Wassers beim Austrocknen. Diese höhere Salzkonzentration nehmen die Artemia wahr und bereiten sich darauf vor, dass ihr Lebensraum austrocknet. Nun produzieren sie Dauerzysten, die sie anstatt der lebenden Tiere ins Wasser entlassen. Diese Dauerzysten überstehen eine vollständige Austrocknung und werden erst bei erneutem Kontakt mit Wasser wieder aktiv. Die Nauplien schlüpfen und eine neue Generation entsteht.