Feenkrebse

Feenkrebse werden in der Umgangssprache auch als Urzeitkrebse bezeichnet und zählen wissenschaftlich wie die Triops zu der Klasse der Kiemenfuß- oder auch Blattfußkrebse (lat. Branchiopoda). Innerhalb dieser Klasse gehören sie nicht wie die Triops zu den Rückenschalern (Notostraca), sondern zu der Ordnung der Kiemenfüßer (Anostraca). Auch die Artemia sind Kiemenfüßer, wobei diese umgangssprachlich nicht als Feenkrebse bezeichnet werden. Die Ordnung der Kiemenfüßer ist sehr artenreich, genauer gesagt umfasst sie sogar über 300 beschriebene Arten!

Lebensraum der Feenkrebse

Feenkrebse leben in temporären Gewässern. Diese zeitweisen Gewässer entstehen zum Beispiel nach der Schneeschmelze, auch in Deutschland und Österreich! Mit der Zeit trocknet der Lebensraum der Feenkrebse aber wieder aus. In dieser kurzen Zeit müssen sie sich vermehren, um den Artbestand zu sichern. Deshalb wachsen auch sie sehr schnell und sind nach kurzer Zeit bereits reproduktionsfähig. Die Lebensräume der Feenkrebse sind sehr divers: von Tümpeln im Wald in Deutschland über Regenpfützen in den Wüstengebieten von Arizona bis hin zu eiskalten Gewässern in polaren Regionen. Deshalb sind die Tiere auch sehr weit über die ganze Welt verbreitet.

Aussehen

Aufgrund der diversen Lebensräume und der weiten Verbreitung gibt es die verschiedensten Feenkrebse. Der Grundaufbau ist immer derselbe, welcher aus dem Kopf mit zwei Antennen, einem Vorderleib mit üblicherweise 11 Beinpaaren (bei manchen Arten bis zu 19!), dem beinlosen Hinterleib sowie der Schwanzgabel besteht. Die Körperfärbung der Feenkrebse geht von weiß über rötlich bis hin zu grün und bläulich. Während die meisten Arten zwischen 1,5 cm und 3 cm groß werden, gibt es sogar Feenkrebse, die bis zu 18 cm (Branchinecta gigas) groß werden!

Nahrungsaufnahme

Der Großteil der Feenkrebsarten filtriert seine Nahrung aus dem Wasser. Dabei schwimmen die Tiere den ganzen Tag auf der Suche nach Futter durch das Wasser. Durch die wellenförmigen Bewegungen ihrer Beine werden die Schwebeteilchen im Wasser zum Mund der Krebse bewegt. Ist die Konzentration an schwebenden Nahrungspartikeln im Wasser zu niedrig, können die Krebse auch mit ihren Beinen den Boden durchwühlen, um Schwebeteilchen aufzuwirbeln. Manche Arten besitzen besser ausgeprägte Kauwerkzeuge und leben prädatorisch, das heißt sie jagen andere Tiere. Die größte beschriebene Art, Branchinecta gigas, hat kleinere Feenkrebsarten auf dem Speiseplan. Aufgrund ihrer Größe können sie bis zu 200 Krebse am Tag fressen.

männliche Feenkrebse besitzen Fangarme

Fortpflanzung

Die Feenkrebse sind getrenntgeschlechtlich, daher kommen Männchen und Weibchen vor. In welchem Verhältnis männliche Tiere zu weiblichen vorkommen ist dabei artabhängig. Man kann die Männchen durch ihre großen Fangarme an ihrem Kopf erkennen, während Weibchen auffällige Eiersäckchen am Hinterleib besitzt. Mit diesen Fangarmen hält das männliche Tier das weibliche bei der Paarung fest. Im Hinterleib der Weibchen bilden sich Dauerzysten, die mit zunehmender Reifung in die Eiersäcke wandern. Sobald die Zysten komplett ausgereift sind, werden sie in das Wasser entlassen und fallen zu Boden. Erst nach einem Austrocknen der Eier und erneutem Regenfall oder erneuter Schneeschmelze im nächsten Jahr entwickeln sich die Zysten weiter und die Feenkrebslarven, die Nauplien genannt werden, schlüpfen.






Bei diesem männlichen Feenkrebs siehst du gut die Antennen, die zu Fangarmen umgebaut sind.