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Aufzuchtbericht Branchinella thailandensis sanoamuang

Mein erster Versuch im AZB war ein voller Erfolg. Wie immer war mein regulär gesalzenes Osmosewasser in Verwendung, außerdem meine LED-Lampe die rund 16h am Tag lief, sowie ein Heizstab 25W der für gemütliche 26 Grad sorgte.

Logbuch:

04.12. Tag 0: Start, eine Messerspitze Zysten, etwas Lehm

05.12. Tag 1: nichts zu erkennen, Zysten die am Rand trocken liefen wieder mit Hilfe einer Pipette zurück ins Wasser gespült

06.12. Tag 2: 8 Uhr noch nichts zu erkennen, 17 Uhr erste Nauplien entdeckt!

07.12. Tag 3: 8 Uhr, es sind noch Nauplien zu sehen; 20 Uhr erste Fütterung mit einem Trockenhefe-Liquizell-Wassergemisch (FM) von 3 Tropfen

08.12. Tag 4: VM (Vormittag bzw in der Früh) 3 Tropfen FM, NM (Nachmittag bzw abends) erneut 3 Tropfen FM

09.12. Tag 5: VM + NM je 4 Tr. FM; Nauplien wuchsen heran, teilweise schon 4-5mm groß

10.12. Tag 6: VM + NM je 4 Tr. FM und einmal extra 1 Tropfen Liquizell

11.12. Tag 7: VM + NM je 5 Tr. FM ; rund 20 Feenkrebse gezählt, teilweise sind sie schon 13mm groß

12.12. Tag 8: VM 8 Tr. FM, NM 10 Tr. FM; einige Feenkrebse sind bereits 1,5-2cm groß, ein paar Nachzügler entdeckt; (auf weitere Details zur Fütterung verzichte ich ab jetzt, da sich nichts großartig ändern wird, außer die Mengenangabe)

13.12. Tag 9: Viele Feenkrebse sind nun schon locker 2cm groß, die Weibchen und Männchen kann man jetzt wunderbar voneinander unterscheiden, sowie die ersten Zystenbeutel wurden entdeckt. Zudem steht heute die große Umsiedlung vom AZB ins HB bevor, ich hoffe, alles wird gut gehen.

Hier sieht man den Schwarm noch im AZB, kurz vor der Umsiedlung:

Ein Männchen im Detail:

Ein Weibchen im Detail:

Weiters möchte ich noch hinzufügen, dass bei der Feenkrebshaltung die Wasserqualität wohl kaum darunter leidet. Es entstand nie eine Kahmhaut, und das Hefefutter belastet das Wasser irgendwie nicht besonders, sofern man gezielt füttert. Außerdem erinnern die L1 etwas an jene der Triops, auch diese zuckenden Bewegungen waren ähnlich. Nur bewegten sie sich schon viel mehr herum, verweilten seltener auf einer Stelle. Lustig ist auch, dass die Phase ab L2 bis zum fertigen, kleinen Feenkrebs fast unsichtbar vonstatten geht. Zumindest habe ich eine Zeit lang einfach keine Nauplien mehr gesehen, und ganz plötzlich, Schlag auf Schlag, Tag für Tag, waren die Feenkrebse da und wuchsen rasant. Auch das Schwimmverhalten der Feenkrebse erinnert mich sehr an Jungfische, und diese ruhige Art überträgt sich auch sehr auf den Betrachter. So gesehen ist diese Art wirklich einfach heranzuziehen, vlt. wohl eher was für die Frühsommerzeit, wo man keinen Heizstab extra braucht, aber naja, wer weiß.

Jetzt hoffe ich, dass die Umsiedlung klappt. Soviel dazu.

Hier ein Video des Schwarms im AZB, kurz vor der Umsiedlung:

Bei der Umsiedlung hab ich bald bemerkt, dass ich die Anzahl der Tiere unterschätzt hatte. Nachdem ich die großen und mittelgroßen Feenkrebse umsiedelte, waren noch jede Menge Kleinere im AZB, die ich irgendwie vorher nicht sah. Jetzt sind rund 40 Krebse im HB und die Nachzügler, die ich nicht mehr aus dem AZB fischen wollte, bekommen noch etwas Zeit. Sobald sie etwas größer sind, kommen sie zum Schwarm dazu. Ich hoffe, diese ganze Aktion war für sie nicht zu stressig, denn Triops lassen sich wesentlich einfacher umlöffeln.

Sehr schöne Tiere. Sind mir leider nie wirklich gelungen.

Selena @ Mach einfach nochmal einen Versuch, ich bin mir sicher, das klappt auf Anhieb!

14.12. Tag 10: Die Feenkrebse haben die Umsiedlung scheinbar sehr gut überstanden, genauso auch die Nachzügler, die sich noch im AZB tummeln. Teilweise sind sie auch schon wieder über Nacht einen ordentlichen Schwung gewachsen und werden ganz bestimmt nächste Woche, sobald der berufliche Stress wieder ausklingt, zum Schwarm dazu gebracht.

Lustig finde ich auch, dass ich im Schwarm, in diesem Gewusel, den von mir ernannten Einsiedler-Feenkrebs sofort erkenne. Immerhin ist er doch schon ein paar Tage älter, wirkt größer, und die orange Färbung an der Gabel ist bereits stärker ausgeprägt. Somit ist er auch als Männchen der älteste Bock.

Im Gegensatz zu den Triops und Muschelschaler, mögen Feenkrebse keinen Bewuchs bzw. dichte Bepflanzung. Daher gibt es ganz schlicht nur Kies und Laub. Besucher lassen sich übrigens vom fischartigen Schwimmverhalten der Feenkrebse täuschen, da anfangs tatsächlich die Frage aufkam, ob das Fische seien  😆 erst bei näherer Betrachtung wurde dann das Rätsel gelüftet  😉

15.12. Tag 11: Unglaublich in welcher Geschwindigkeit die Feenkrebse wachsen können. Die Kleinen im AZB sind mittlerweile schon mittelgroß und könnten eigentlich schon umgesiedelt werden. Leider hab ich heut einen wichtigen Termin, der den ganzen Tag in Anspruch nehmen wird. Von dem her, müssen sie sich noch gedulden, obwohl, im AZB ist es sicher auch gemütlich 🙂

16.12. Tag 12: Die Freude ist groß: Es ergab sich doch ein Zeitfenster, sodass auch die Nachzügler, die mittlerweile gar nicht mehr so aussehen (groß!) wie solche, nun endgültig zum Schwarm dazu kamen.

Weiters konnte ich heute wirklich gut beobachten, dass Feenkrebse über Nacht, im Dunkeln quasi, knapp über den Boden schwimmen, oder eben darauf dahin schweben. Kaum aber schaltet man das Licht in der Früh ein, erschrecken sie sich auch schon mal, und sie zucken und schwimmen dann auf und füllen sofort das ganze Wasser mit ihrem regen Treiben. Fazit: Man bräuchte ein Licht, dass man dimmen kann  😉

Ich hab keinen Ansatz mehr hier, also wird das demnächst erst mal nichts. Aber danke.

20.12. Tag 16: Alles verläuft prima, auch die ersten Zystenbeutel wurden geleert. Ich bin wirklich gespannt wie lange der Feenzauber anhält, und wieviele Zysten sie dann auch tatsächlich produzieren. Ich mag die Kleinen!