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Schwerpunkt Aufzuchtbecken (AZB)

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Hallo!

Als fleißig lesender Einsteiger bekommt man wirklich in kürzester Zeit Unmengen an Infos zusammen. Dann heißt es erst einmal, diesen aufgesogenen Facettenreichtum zu schlichten, zu ordnen, oder gar auch wieder etwas zu verwerfen. Noch dazu ist es in der Aquaristik ja gezwungenerweise normal, dass jeder Aquarianer durch seine örtlichen Wasserwerte eigene Methoden entwickelt und quasi daran gebunden ist. Allerdings gibt es Haltungsparameter, die man als regulär bezeichnen könnte, die jeder als Richtwert verwendet und dann eben sich durch die Wasserwerte anpasst. Abgesehen davon, sind noch so manch Dinge etwas verwirrend, und daher möchte ich hier meine Fragezeichen und besondere Punkte ansprechen, um eventuell durch euch, raus aus dem "Nebel" zu finden.

Nun, egal wo du im Internet recherchierst, überall erkennt man einen identischen Richtwert, wie man ein AZB aufzubauen hat:

  • kleiner Behälter
  • destiliertes Wasser (1-5 Liter)
  • viel Licht (14-16h/Tag)
  • kein Sand, keine Deko
  • durchschnittliche 23-25 Grad (bei Bedarf Heizstab)

Zum Thema Wasser kann man auch hier wieder ganz klar sagen, dass jeder für sich selbst entscheiden/wissen muss, was er genau verwendet.

In puncto erster Fütterung liest man auch hier verschiedene Dinge. Womöglich liegt das auch daran, dass jeder andere Erfahrungen gemacht hat, die Nauplien nicht immer auf die Stoppuhr genau schlüpfen und somit gewisse Schwankungen entstehen. Durch die Biologie der Nauplien wird am ersten Tag nichts gemacht, allerdings gibt es dann wiederum welche, die am zweiten Tag, andere am dritten Tag füttern. Einmal las ich von einer Art Dottersack, was Nauplien die ersten Stunden ihres Dasein ernähren soll. Stimmt das? Zumindest sollen sie sich bis zum dritten, vierten Tag von Micros und Algen ernähren. Dann, wenn die Mandibeln entwickelt sind, kann man die Speisekarte erweitern usw.

Das Thema Fütterung ist wohl auch gleichermassen spannend und heikel: Nicht nur, ab welchen Tag man als erstes füttern soll, kommt es auch noch auf die Dosierung an um auch die Wasserwerte nicht zu strapazieren oder zu gefährden. Dann hab ich manchmal gelesen, dass Nauplien verhungert sein könnten? Wie soll man hier den schmalen Grad zwischen optimaler Fütterung und gesunde Wasserwerte finden?

Dann gibt es Halter, die der Meinung sind, dass man dem AZB absolute Ruhe gönnen und keinen Wasserwechsel o.ä. machen sollte. Andere wiederum verwenden einen schwach eingestellten Ausströmer, oder machen nie einen Wasserwechsel in weiterer Folge und füllen immer nur nach usw. usf.

Zu guter Letzt kommt es dann noch darauf an, von welcher Art die Triops-Eier stammen, da man hier ja eventuell mit dem Heizstab nachhelfen muss. Dann ist es aber auch wieder jahres- und wetterabhängig, um die Nauplien vor instabile Temperaturen zu schützen, und man braucht dann sowieso einen Heizstab.

Ich finde das Thema Aufzuchtbecken sehr, sehr interessant. Nicht nur, weil das ja der Grundstein für eine erfolgreiche Triopsvermehrung sein sollte, sondern weil es auch offensichtlich dabei viele Schwierigkeiten gibt und oft die Nauplien nicht lange überleben. Auch hier scheint die Biologie des Triops' dem Halter wieder einen Streich zu spielen: Da ja diese Krebstiere auf massenhafte Nachkommen setzen, kann es auch Blindgänger oder Schwächlinge geben, die die Ausfälle dann erklären könnten.

Wenn man so den Text liest, erkennt man meine Fragezeichen, oder eben diese Ungewissheit. Ich dachte mir aber, man könnte generell gegen solche auftauchende Fragezeichen ansteuern, wenn man kurz und knackig die Methoden anderer, im Überblick verfasst und damit schnell gefunden, hier fest hält. Was meint ihr?

An dieser Stelle darf ich alle Forum-Mitglieder bitten, hier ihre Art und Weise, wie sie ein AZB ausrüsten und pflegen, zu schildern:

  • Becken: (Wassermenge brutto/netto)
  • Triops-Art:
  • Wasser:
  • Technik: (Licht/Dauer? usw.)
  • Heizstab: (regulär oder artspezifisch?)
  • Bevorzugte Temperatur:
  • Fütterung: (ab wann sowie mit was genau?)
  • Sand usw.: (ja/nein?)
  • Sonstiges:

Wie auch immer, ich hoffe, hier findet noch reger Austausch statt. Ich schilderte hier einige Punkte, die mir eben über die Tage auffielen, als ich so viel über die Triopszucht gelesen habe. Ich kann ja sagen, dass ich, jemand ohne praktische Erfahrung zu Triops, dass alles vlt mit anderen Augen betrachte. Mag sein das ich oft unwissend etwas unsinnige Sachen frage oder da nachbohre, aber da seid ja eh ihr dann gefragt, um Holzwege zu verhindern. Aber hier hätte man nun die Möglichkeit, Methoden im Überblick, zu durchleuchten, zu vergleichen oder zu verbessern. Oder wer weiß, vlt ergibt sich ja eine neue Idee, oder man entdeckt zusammen versteckte Fehler?

Dieser Thread könnte mit den Erfahrungen der Halter sehr wertvoll werden, wenn man die wichtigsten Infos knapp und kurz vorstellt. Jeder Einsteiger und Anfänger kann sich hier dann gut orientieren und macht dadurch vlt. einen oder mehrere Fehler weniger. Ohne Zweifel, die Aufzucht-Berichte im Forum sind essentielle und wirklich wichtige Erfahrungsberichte. Allerdings ergibt es gewiss auch Sinn, wenn man hier in puncto Aufzuchtbecken endlich Nägel mit Köpfen macht und eine kompakte Übersicht erhält!

Vielen Dank,

LG Michael

 

Edit: Habe den Text gerade noch etwas überarbeitet. Da war mir zu viel Chaos drinnen, und irgendwie bin ich schon verdammt müde und kann nicht mehr klar denken. Gn8!

Hi,

Ich habe noch nicht sehr viele Zuchten "hinter mir".

Zur Anzucht habe ich bis jetzt immer ein Plastikgefäß (Das abgeschnittene Unterteil eines Wasserkanisters) mit einem Fassungsvermögen von 1.5-2L verwendet.

Triopsarten habe ich schon T.longicaudatus und T.cancriformis Spain (von denen habe ich auch schon Bilder hier im Forum hochgeladen).

Ich benutze dest.Wasser und Mineralwasser (Volvic) im Verhälnis 70:30. Ich mache das aber eher nach Gefühl.

Als Lichtquelle verwende ich eine Led-Lampe, welche das AZB ca. 15  Stunden am Tag beleuchtet.

Einen Heizstab habe ich im AZB bis jetzt noch nicht verwendet, ich könnte mir aber vorstellen das AZB ins Aquarium zu hängen, falls ich einmal z.B. T. australiensis züchten sollte, welche ja auch eher wärmere Temperaturen bevorzugen. Ich setze bei Zimmertemperatur an (d.h 20-25°C je nach dem wie warm es ist).

Das erste Mal füttere ich einen Tag nach dem Schlupf, da Triops direkt nach dem Schlupf eh noch keine Nahrung aufnehmen können und falls Die Nauplien bereits Nahrung aufnehmen könne sind im Ansatz auch Nährstoffe enthalten. Beim Füttern würde ich vorsichtig sein, da es bei Überfütterung schnell zum Kippen des Wassers kommen kann.

Zusätzlichen Sand verwende ich keinen im AZB, nur den Sand vom Ansatz.

Ich bin selbst nicht sehr erfahren im Gegensatz zu anderen Triopszüchtern. Ich hoffe ich kann dir mit diesen trotzdem Informationen weiterhelfen.

LG Kaffeekanne

Also, ich muss schon sagen, du analysierst wirklich alles aufs Kleinste...

Grundsätzlich stimmen deine Recherchen über das AZB...

Das größte Problem dabei ist leider, dass bei dem einem destiliertes Wasser immer funktioniert, aber in Bachwasser überhaupt nichts schlüpft...

Bei dem Anderen funktioniert nur Bachwasser und im destilierten Wasser schlüpft rein gar nichts und da, obwohl beide den Ansatz vom selben Händler haben.

Woran das liegt, kann ich dir leider nicht sagen... Ich habe aber einen Bekannten, der seit Monaten ähnlich vorgeht wie du... Er möchte das eine "Patentrezept" finden um reproduzierbar Anzuchten zu sichern. Er untersucht immer wieder alle möglichen Wasserarten, setzt den selben Ansatz gleichzeitig in verschiedenen Becken an, die sich nur in einem einzigen Parameter unterscheiden (mal verschiedene Wasser, mal verschiedenes Futter usw...)

Das Problem ist, was bei einem funktioniert heißt noch lange nicht, dass es auch bei dir funktioniert.

Eine andere Bekannte von mir hat so weiches Leitungswasser, dass sie dieses Pur verwenden kann... bei ihr glückt fast jede Zucht.

Sie hat sogar schon extrem empfindliche Triops aus Süd Korea erfolgreich gezüchtet...

  • Becken:  Faunabox 1,5 Liter hängt im Hauptbecken
  • Triops-Art: Longicaudatus oder Cancris
  • Wasser: 3/4 Osmosewasser + 1/4 eingefahrenes Aquarienwasser
  • Technik: Sprudelstein (noch nicht ein) LED Lampe Tag eins bis vier 24 Std.
  • Heizstab: im HB Temperatur wird artgerecht eingestellt
  • Bevorzugte Temperatur: Cancris 21-14 Grad, Longis 23-27 Grad
  • Fütterung:  Filterbakterien ab Tag 1, Spirulina ab Tag 3-5, Aufzuchtfutter ab Tag 6
  • Sand usw.: nur der, der im Ansatz dabei ist
  • Sonstiges: 3 Blasenschnecken

Was ich damit sagen will ist im Grunde nur, dass du durch probieren selbst herausfinden musst, was bei dir am Besten funktioniert.

Wir können da nur Informationen und Erfahrungen weitergeben.

 

Zum Futter kann ich dir sagen, dass ich am ersten und zweiten Tag mit Filterbakterien füttere, vom dritten bis 5. Tag Filterbakterien mit einer kleinen Zahnstocherspitze voll Spirulinapulver und ab Tag 6 Spirulinapulver mit Aufzuchtfutter. Ab dem Tag der Umsetzung ins HB stelle ich langsam auf das Hauptfutter um. Ob die Nauplien genug fressen kann man ca ab Tag 5-6 sehen, anhand eines schwarzen Streifens über den Rücken (Darm).

Nauplien fressen ca ab dem zweiten Tag, davor haben sie für ein paar Stunden einen Dottersack, der sie ernährt. Longicaudatus (kanibalistisch) können ab dem zweiten Tag kleinere (ein Tag alte) Nauplien fressen. Das hab ich "leider" interessanter Weise selber durch ein digitales Mikroskop live beobachten können.

 

Ich hoffe ich hab dir ein bissl helfen können

Ich stimme Sabichi wieder zu, ein Patentrezept wirst du dabei nicht finden. Aber vielleicht hilft es doch dem ein oder anderen Anfänger.

  • Becken: Faunabox mit 2,7 Liter Fassungsvermögen, gefüllt mit ca. 1,8 Litern Wasser
  • Triops-Art: Cancriformis Beni Kabuto Ebi (jetzt)
  • Wasser: sehr weiches Leitungswasser, pur (ich Glückspilz)
  • Technik: AZB schwimmt im Hauptbecken, Beleuchtung LED mit ca. 12 Stunden Beleuchtung, die ersten Tage gern etwas länger
  • Heizstab: eigentlich regulär, da ich Temperaturschwankungen vermeiden will. Ist im Hauptbecken.
  • Bevorzugte Temperatur: artenabhängig, derzeit bei 24-25 Grad
  • Fütterung: ich füttere relativ spät - meist an Tag 3-5 (dabei ist Tag 0 der Tag des Ansatzes und an Tag 1 schlüpfen die ersten Nauplien). Wenn es aber sehr viele Nauplien sind, füttere ich schon eher (diesmal Tag 3), weil dann ist das Futter auch aufgebraucht. Sonst ist eigentlich im Wasser erst einmal genug zu finden. Ich füttere derzeit ausschließlich  mit Liquizell. Am Anfang vermische ich das noch mit Wasser und gebe mit einer Pipette verteilt einige Tropfen der Mischung ins Wasser, später füttere ich pur.
  • Sand usw.: Sand ist im Ansatz mit drin, sonst nicht extra. Wasserpflanzen hab ich derzeit ein paar Wasserlinsen an der Oberfläche schwimmen. Gern gebe ich auch Wasserpest ins Becken. Restliche Bepflanzung ist eher im Hauptbecken. Kein Filter oder Sprudelstein im AZB.
  • Sonstiges:

Wie ich schon mal in einem anderen Thread schrieb, arbeite ich mit der Natur und füge mich dem organischen Wachstum und Zyklen, weil es nicht anders besser geht. Und dabei handle ich mit Erfahrung, Fingerspitzengefühl und vor allem Bauchgefühl! Und ja, damit fahre ich sehr gut.

Wenn ich jetzt als Anfänger ein AZB starte, fehlen mir alle drei Dinge. Fingerspitzengefühl kann man erst durch Erfahrung bekommen, Erfahrung erst über die aktive Zeit. Das passende Bauchgefühl, auf das wirklich Verlass ist, kommt aber erst richtig mit den anderen Faktoren zur Geltung. Dann steht man da, mit allen möglichen Infoquellen das das Internet bietet, und man weiß nicht, wohin man sich orientieren soll. Bekommt man aber direkt von Haltern ihre Daten, mit dem sie gut in der Zucht fahren, kann man sich sehr wohl orientieren und unter Umständen von diesen Erfahrungen profitieren, und dann eher noch ein zartes Bauchgefühl dafür entwickeln, als anders rum.

Es mag vlt. so aussehen, oder man liest es vlt. so heraus, allerdings suche ich kein Patentrezept! Es gibt KEIN Patentrezept, wenn man mit der Natur arbeitet. Patentrezepte gibt es nur im Labor, in der Medizin oder in der industriellen Maschinerie.

Und klar, am Ende landen wir wieder bei dem Punkt, dass jeder Aquarianer anders arbeitet, weil jeder anderes Wasser verwendet. Deshalb schrieb ich ja oben:

Noch dazu ist es in der Aquaristik ja gezwungenerweise normal, dass jeder Aquarianer durch seine örtlichen Wasserwerte eigene Methoden entwickelt und quasi daran gebunden ist. Allerdings gibt es Haltungsparameter, die man als regulär bezeichnen könnte, die jeder als Richtwert verwendet und dann eben sich durch die Wasserwerte anpasst.

In erster Linie geht es mir um die regulären Haltungsparameter, da sie ja auf den Triops abgestimmt sind. Der Triops (wenn man von der selben Art spricht) verändert nicht seine Bedürfnisse, aber der Aquarianer hat eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten, sich dem zu nähern. Und das ist ja der Knackpunkt. Im Grunde rede ich in diesem Thread die ganze Zeit nur um diese Sache  🙂

Klar, jeder muss für sich selbst probieren und austesten, wie man am besten Triops hält. Aber wenn man das damit so abspeist, dass die eigenen Erfahrungen für andere weniger wertvoll sind, ja, dann frage ich mich echt wie sinnvoll ein Forum somit sein kann?  😉

Lieben Dank für eure aktuellen AZB-Infos!

LG Michael

Ja, das habe ich auch geschrieben, dass es dem ein oder anderen helfen kann.

Deshalb finde ich deine Anfragen eigentlich super.

Zudem füllt es das Forum mit Leben. Ich diskutiere da gerne rum. Leider kann ich zur Wasser Schwierigkeit nicht so viel beitragen, da ich wirklich das Glück habe, Leitungswasser einfach so benutzen zu können .

Dieser Thread wird eigentlich erst richtig interessant, wenn sehr viele Leute hier auch was reingeschrieben haben. Ich bin davon überzeugt, dass man in gewisser Weise dann ein Muster erkennt. Aber da ja alles noch in den Kindesschuhen steckt, wirkt es noch recht hilflos.

Für meinen Teil ist die große Schreiberei jetzt eh vorerst vorbei (genauso wie in wenigen Tagen auch der Krankenstand). In zwei, drei Wochen geht es in die Praxis über. Jetzt habt ihr wieder Ruhe von mir  😆  😛  😛

Ganz liebe Grüße, Michael

 

Ich finde es super, dass mal etwas mehr Leben im Forum ist  😀

Ja, ich auch

Besonders Admin und Chaser waren zu Beginn sehr aktiv und nun melden sie sich so gar nicht mehr. Ich hoffe durch die rege Beteiligung von euch Neuen werden es bald noch mehr Mitglieder hier.

Zitat von Selena am 16. September 2018, 19:02 Uhr

[...] Besonders Admin und Chaser waren zu Beginn sehr aktiv und nun melden sie sich so gar nicht mehr. [...]

Hallo!

Du hast Recht Selena, aber im Moment habe ich leider etwas viel um die Ohren mit meinem Studium, Praktikum, wechselnden Wohnorten, etc.

Tut mir echt Leid, aber so gut es geht verfolge ich natürlich trotzdem interessiert eure Beiträge mit und freue mich, dass es mit dir (und natürlich auch den anderen) Mitglieder gibt, die sich um offene Fragen kümmern und wertvolle Beiträge posten. Ich bin regelmäßig online, um die Website zu warten, somit auch per PN oder noch besser per E-Mail immer erreichbar, sollte es Probleme geben.

Ich hoffe, dass ich bald wieder etwas mehr Zeit habe und vielleicht auch wieder Urzeitkrebse ansetzen werde, wovon ich euch natürlich berichten werde und hoffentlich im Forum wieder etwas aktiver sein kann.

LG, Michael  🙂

Danke Michael, es ist gut zu wissen, dass du dich  immernoch um die Seite kümmerst.

Viel Erfolg mit deinem Studium! Das hab ich zum Glück schon  hinter mir.

  • Becken: 5 bis 10 Liter bzw. 2,5 Liter
  • Triops-Art: regulär
  • Wasser: eigenes Osmosewasser, dezent aufgesalzen
  • Technik: LED-Lampen, rund 16h/Tag
  • Heizstab: 25watt, Temperatur je nach Art und Notwendigkeit
  • Bevorzugte Temperatur: z.B. Triops cancriformis mit 22 Grad
  • Fütterung: meist ab Tag 3
  • Sand usw.: Weder feiner Kies noch Sand, sondern Lehm mit ein, zwei Buchen- und Eichenblätter usw.
  • Sonstiges: Die Literatur von Erich Eder hat mir die Augen geöffnet! Hier kann man heraus lesen, was die Tiere benötigen. So arbeite ich auch an einem AZB-Projekt, dass ich bisher noch nicht vorgestellt habe, da es noch in Entwicklung ist. Allerdings handelt es sich um einen größeren Wasserbehälter, wo sich kleinere Behälter zur Aufzucht befinden, die aber insgesamt einen Wasserkörper bilden und daher die Wasserqualität keine Schwierigkeiten macht und sowieso durch einen leistungsstarken Filter gut bleibt.
Zitat von chexdas am 24. November 2018, 20:56 Uhr
  • Sonstiges: Die Literatur von Erich Eder hat mir die Augen geöffnet! Hier kann man heraus lesen, was die Tiere benötigen. So arbeite ich auch an einem AZB-Projekt, dass ich bisher noch nicht vorgestellt habe, da es noch in Entwicklung ist. Allerdings handelt es sich um einen größeren Wasserbehälter, wo sich kleinere Behälter zur Aufzucht befinden, die aber insgesamt einen Wasserkörper bilden und daher die Wasserqualität keine Schwierigkeiten macht und sowieso durch einen leistungsstarken Filter gut bleibt.

Nachdem ich nun mit diesem Testpiloten schon ein paar Ansatzversuche hatte, die immer super verliefen (super Schlupfrate, keinen Stress mit der Wasserqualität usw.), möchte ich hier nochmal näher darauf eingehen. Bestandteile des AZB ist eine LED-Lampe, ein leistungsstarker Außenfilter, optional ein Heizstab 25W, ein größeres Becken worin sich alles abspielt, wie auch die tatsächlichen AZB (bei mir sind es zwei Stück).

Die Vorteile:

Nachdem die AZB in einem großen Becken stehen, sind die Nauplien vor Temperaturschwankungen geschützt (bestenfalls regelt sowieso ein Heizstab).

Da die AZB große Öffnungen haben (mit Hilfe eines Strumpfes, Filtermatte streng und lückenlos umgewickelt), bilden sie mit dem großen Becken einen Wasserkörper: Damit ist immer Wasserbewegung vorhanden bzw. ein interner Wasserwechsel (mit einer großen Spritze und Schlauch, Schlauch mit einem Stück Strumpf und Gummiring als Nauplienschutz gesichert) möglich, ohne die Tiere mit anderem Wasser gefährden zu müssen.

Dadurch das die Wasserqualität kein besonderes Problem mehr darstellt, kann auch mehr gefüttert werden.

Will man die Tiere umsiedeln, nimmt man einfach das AZB heraus, entnimmt noch Wasser, und fügt dann step by step immer Wasser vom HB zur Ungewöhnung dazu. Wenn man immer das selbe Wasser verwendet, ist dieser Vorgang sowieso nur zur absoluten Sicherheit. Das Umsiedeln mittels Kaffeemesslöffel klappte bisher wunderbar.

Weiters kann man verschiedene Arten von Urzeitkrebse zur selben Zeit aufziehen, wenn mehr als ein AZB im großen Becken Platz hat, sofern sie die gleichen Tempteraturen brauchen.

Zusätzlich kann man das große Becken, worin sich die AZB befinden, sämtliche Schnecken leben lassen. Sie vermehrten sich bislang dort wunderbar. Hier kann man einen Schneckenüberschuss zwischenparken, falls es notwendig wäre.

Die Nachteile:

Man muss extra für die Aufzucht mehr Geld in die Hand nehmen.

Es steht noch zusätzlich ein nicht wirklich schönes Becken herum - man braucht Platz.

 

Hier sieht man ein Foto nach dem Zusammenbau (ich verwende seither Lehm als Substrat in AZB!):

Hier ein Foto, als es schon länger in Betrieb war:

Wie ich schon im Zitat oben nochmal hervor hob, orientierte ich mich nach der Literatur von Erich Eder. Hier kann man entnehmen, dass Urzeitkrebse in Europa meist durch Überschwemmungen (speziell in Auwälder) bzw. Hochwasser zum Leben erweckt werden. Nachdem das Hochwasser wieder absteigt und damit in Senken und Gruben die großen, temporären Wasserflächen bildet, schlüpfen sie. Dieses Wasser hat aber eine hohe Wasserqualität, dort überleben auch Fische, die Ansprüche an das Wasser stellen. Wiederum hab ich auch der Literatur entnommen, dass es auch Ackerflächen gibt, die nach einer starken, ergibigen Regenperiode, plötzlich einem kleinen See gleichen. Die Schlupfraten waren immer beeindruckend, also muss das den Tieren gut bekommen. Heißt, sie lieben Humus bzw. Lehm. Und genau diese zwei Punkte bewegten mich dazu, diesen Prototypen zu bauen, der mir zum Glück bisher nur Freude bereitete.

Es braucht jetzt keiner auf die Idee kommen, zu glauben, dass ich mir jetzt dabei was "groß einbilde" oder egoistisch denke. Denn diese Art des AZBeckens entsprang rein aus meinen Gedanken und Vorstellungen, und ich rede damit nicht die regulären Aufzuchtmethoden schlecht. Jeder arbeitet anders, und in der Aquaristik ist das doch eh alltäglich.

Falls jemand meine Idee übernehmen oder ausprobieren möchte, nur zu!

LG, Michael

 

Das ist ja mal voll ausgeklügelt... Ich bin echt beeindruckt.

Was mich noch interressieren würde sind die Wasserwerte.

 

Ansonsten muss man aber sagen, dass es ja einem AZB das in einem HB hängt ähnelt, bis auf die total inovativen Wasseraustausch-Schwamm-Löcher der AZB. Hätte man das in AZB die in HB hängen, dann bräuchte man doch kein drittes Extrabecken oder sehe ich das falsch ?

Dass Lehm oder Erde in AZB gegeben wird, kenne ich auch. Allerdings muss man genau wissen, wo man solche Erde holt, wegen Düngemittel usw.

Man sollte es also nicht unbedingt von einem Feld oder in der Nähe davon holen. Leider kennt nicht jeder "unbefleckte" Flächen... schade eigendlich.

 

Ansonsten, hast du meine Hochachtung, wie viel Arbeit und Mühe du in diese wundervollen Tierchen steckst.

Mich ärgert es immer wenn jemand meint " Naja, mir egal wenns nichts wird... Sind ja nur Triops, ich setze dann einfach nochmal an".

Und das, obwohl derjenige von meinem ,mit harter Arbeit und Herzblut erkämpften, sehr ertragreichen und qualitativ hochwertigem Ansatz sprach.

 

Naja, es ist wie es ist... Mach weiter so, ich bin gespannt auf weitere Berichte  ?

 

Hallo Sabichl!

Was mich noch interressieren würde sind die Wasserwerte.

Mein reguläres Osmosewasser hat im Schnitt 4,5-5,0 GH und 3,0-3,5 KH.

Hätte man das in AZB die in HB hängen, dann bräuchte man doch kein drittes Extrabecken oder sehe ich das falsch ?

Das müsste theoretisch so gehen. Nur müsste man dann auch das AZB dementsprechend mit einem dicken, festen Draht o.ä. so montieren, sodass es nicht versinkt. Ansonsten weiß ich nicht, inwiefern es einen Unterschied macht, ob man nur reines Aquarienwasser zur Anzucht hat? Bei meinem AZB ist es nun mal so, wenn ich die kleinen AZBehälter rausnehme, die Hälfte des Wassers im großen Becken fehlt. Möchte ich einen neuen Ansatz machen, so gebe ich die kleinen AZBehälter rein und fülle es mit meinem Osmosewasser frisch auf.

Ich hatte auch schon die Idee, nur mit Filtermatte, Strumpf und Anglerschnur, also mit gebastelten Bauteilen quasi ein Minibecken (mit 5 Teilen) zusammenzunähen und das so ins HB zu hängen. Ich kam aber bisher noch nicht dazu. Es war auch irgendwie nicht notwendig, weil mein AZB als solches alles super meisterte. Selbst mit den Feenkrebsen war das wirklich ein Kinderspiel!

Man sollte es also nicht unbedingt von einem Feld oder in der Nähe davon holen. Leider kennt nicht jeder "unbefleckte" Flächen... schade eigendlich.

Das ist komplett richtig: Bitte bloß nicht von einem Acker bzw. landwirtschaftlichen Feld Erde entnehmen! Viel zu riskant! Vielmehr sollte man im eigenen Garten (sofern man seinen Boden kennt) oder an offenen Stellen an Hängen oder Gruben in Wäldern aufsuchen. Ich weiß zum Beispiel, dass unser Boden eine Humusschicht von rund 20cm hat, ab da fängt der Lehm an. Teilweise sah ich auch in Wäldern offene Stellen, wo man nicht mal graben müsste. Man braucht ja nur eine kleine Menge, quasi ein paar Hände voll. Immerhin reicht für einen Ansatz (ich bin mittlerweile drauf gekommen) eine handvoll Lehm locker aus.

Ansonsten, hast du meine Hochachtung, wie viel Arbeit und Mühe du in diese wundervollen Tierchen steckst.

Herzlichen Dank! Ja, so bin ich eben ?

Mich ärgert es immer wenn jemand meint " Naja, mir egal wenns nichts wird... Sind ja nur Triops, ich setze dann einfach nochmal an".

Ja, das ist wirklich sehr traurig! Mir kommt auch vor, dass nicht nur die Vorbelastung als "Spielzeug", sondern auch ihre Kurzlebigkeit bzw. geringe Größe als Nauplien, viele Menschen, die keinen oder kaum einen Bezug zur Natur haben oder auch noch nicht gelernt haben, dem kleinsten Lebewesen die notwendige Bedeutung zuzurechnen, schuld an solch Verhalten ist.

Ich möchte noch kurz eine Beobachtung hier anbringen, und zwar im Zusammenhang mit Lehm: Als ich anfangs meinen ersten Ansatz nach den regulären Methoden in einer kleinen Faunabox ansetzte, und damit auch nur den Ansatz mit dem Kies reinleerte, bemerkte ich, wie die Nauplien die kiesfreien Stellen aufsuchten. Mit der Pipette gemachten Krater, also kreisförmige, kiesfreie Flächen, wurden am allerliebsten aufgesucht. Oft zu Zweit, oder zu Dritt, teilten sie sich diese Stellen. Bei Lehm allerdings, möchten sie den gar nicht mehr verlassen. Sie graben selber Krater, grasen die Oberfläche ab, und können wohl von Anfang an dort Nahrung holen. Je größer die kleinen Triops werden, umso mehr wird hier gebuddelt, und spätestens mit einer Größe von 1,5cm kann das Wasser im kleinen AZB trüb werden, weil sie so viel und richtig wild darin graben wollen (anfangs hatte ich eine gut 1,5cm hohe Lehmschicht drinnen). Hier wird es aber auch dann Zeit, sie ins HB umzusiedeln. Nachdem die Tiere umgesiedelt sind, kann man das gesamte Lehmwasser mit Lehmschicht am Boden ausleeren, ein, zweimal mit Wasser ausspülen (ohne den Filtermattenring) und rein theoretisch wieder was Neues ansetzen.

Soviel dazu, gute Nacht!

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