Muschelschaler & Co

Neben den drei großen, bekannten Sorten der Urzeitkrebse gibt es noch die Muschelschaler und auch die Daphnia gehören dazu. Genetisch sind Muschelschaler und Daphnia näher mit Triops verwandt, als Feenkrebse mit Triops. Alle diese Krebse zählen zu den Kiemenfußkrebsen (Branchiopoda). Wenn du mehr über diese Krebschen erfahren möchtest, dann bist du hier genau richtig.

Muschelschaler

Muschelschaler, lateinisch Conchostraca, sind etwa 0,5 bis 2 cm große, Krebse. Ihren Namen haben sie durch ihre besondere Form bekommen, welche einer Muschel ähnelt. Sie besitzen eine Schale, die aus zwei Teilen besteht. Diese zwei Teile der Schale werden am Rücken des Tiers durch einen starken Muskel zusammengehalten. Dieser ermöglicht den Tieren auch das Öffnen und Schließen der Schale. Die zweiten Antennenpaare der Tiere sind zu langen Armen ausgebildet. Muschelschaler bewegen sich durch starke Schwünge mit diesen Armen fort. Ihre hauchdünnen Beine im Inneren der Schale sind mit feinen Blutgefäßen durchzogen, mit welchen Sauerstoff aus dem Wasser aufgenommen wird. Ähnlich wie Feenkrebse filtern auch sie ihre Nahrung aus dem Wasser. Wie die meisten anderen Urzeitkrebse (Ausnahme manche Artemia-Arten) leben sie in temporären Gewässern, welche nach der Lebensdauer der Muschelschaler wieder austrocknen. Die Krebse sind weltweit verbreitet, aber selten anzutreffen. Sie sind schon seit sehr langer zeit auf unserer Erde vorhanden und ihre widerstandsfähigen Schalen werden oft als Fossilien gefunden. Mithilfe dieser Schalen ist durch wissenschaftliche Methoden eine Bestimmung des Fossilalters möglich. Es gibt Arten, welche zweigeschlechtlich sind sich somit geschlechtlich fortpflanzen, es gibt jedoch auch Arten, bei denen ungeschlechtliche Vermehrung stattfindet. Auch die Zysten von Muschelschalern sind im Handel erhältlich.

Daphnia

Daphnia sind kleine Krebstiere, die nur zwischen 1 und 5 mm lang werden. Man kennt sie auch unter dem Begriff Wasserflöhe. Sie sind nahe mit den Muschelschalern verwandt. Sie werden in der Wissenschaft gerne als Modellorganismus verwendet und sind deshalb gut erforscht. Daphnien sind häufig in Tümpeln rund um den Globus anzutreffen, manchmal schlüpfen sie auch aus Urzeitkrebs-Ansätzen. Ähnlich wie die Muschelschaler besitzen sie eine Schale, die aus zwei Teilen besteht. Ihre Fortbewegung im Wasser ist zuckend mit kurzen Pausen. Durch Bewegung ihrer Antenne befördern sie Wasser in ihr Schaleninneres. Dieses Wasser wird von den Tieren auf Nahrungspartikel durchfiltert. Am Anfang ihres Lebenszyklus produzieren Daphnien Eier, die nach kurzer Zeit (1-2 Tage) im Wasser schlüpfen. Geht das Leben der Daphnien aber dem Ende zu, so produzieren sie Dauerzysten, die auch nach Austrocknung und Frost schlupffähig bleiben.

Daphnia (Oregon State University)

Daphnia